Når ikke-formel læring bliver formel - et case study fra tyskundervisningen i en dansk gymnasieklasse

Pernille Christensen

Studenteropgave: Speciale

Abstrakt

Der Eurorat äußert in seinem Vorwort zum Handbuch Kompass den Wunsch, dass die Unterrichtsmaterialen aus seiner Jugendkampagne „Alle anders – alle gleich“ in der außerschulischen sowie in der schulischen Bildungsarbeit verwendet werden sollten. Ich habe versucht diesem Wunsch nachzukommen und anhand einer Fallstudie vom DaF-Unterricht an einem dänischen Gymnasium zu untersuchen, was passiert, wenn man Übungen aus den Lehr- und Lernwerken Kompass und Education Pack im staatlichen Bildungssystem einsetzt. Die Fallstudie beschränkt sich auf den DaF-Unterricht und sagt somit wenig über die allgemeine Einsetzbarkeit der Übungen in allen Schulfächern aus. Die ausgesuchten Übungen beziehen sich auf einen non-formalen Bildungsansatz und sind u.a. als prozessorientiert, partizipativ und lernerorientiert zu bezeichnen. Meine Untersuchung bezieht sich auf zwei Workshops von jeweils 90 Minuten in einer Schulklasse an einem Gymnasium in Winter 2009. Die Gruppe bestand aus 22 Schülern im Alter von 17-18 Jahren, die Deutsch für so genannten Fortgeschrittenen gewählt hatten. Die Problemstellung wird durch eine Analyse unserer Beobachtungen des Geschehens im Laufe der zwei Workshops sowie nachfolgende Interviews mit vier Schülern und ihrer Deutschlehrerin untersucht. In meine Analyse habe ich unterschiedliche Wissenschaftler wie Claire Kramsch, Thomas Ziehe und Teresa Pica miteinbezogen, um unterschiedliche wissenschaftliche Ansichten und damit analytische Fragen zu non-formaler Bildung als pädagogischen Ansatz zu gewährleisten. Ich habe eine adäquate Analyse der Reaktionen und des Geschehens, wenn ein Bildungsansatz aus einem non-formalen in einen formalen Kontext überführt wird, angestrebt. Außerdem habe ich versucht mit einigen weiteren Tipps dazu beizutragen, wie der pädagogische Ansatz am besten im DaF-Unterricht eingesetzt werden kann. Es ist wichtig, dass man sich mit der Bedeutung des Raumes auseinandersetzt, wenn man einen pädagogischen Ansatz aus einem außerschulischen in einen schulischen Kontext überführt. Ich konnte feststellen, dass man, sobald man ein Klassenzimmer betritt, mehr oder weniger unwillkürlich Teil des Bildungssystems einschließlich festgelegter Handlungsweisen und Rollenverteilung wird. Man sollte sich hierüber bewusst sein, um den darin liegenden Begrenzungen in einer schon konsolidierten Community of Practice besser entgegenkommen zu können. Zum Beispiel berichteten die fachlich schwächeren Schüler hinterher von einem Gefühl gesteigerter Motivation, Sicherheit und Selbstvertrauen durch kleine Veränderungen des physischen Raumes. Es lässt sich daraus schließen, dass man ein sicheres Lernumfeld im Klassenzimmer nur herstellen kann, wenn man als Moderator den so genannten Schulkodex und die Gruppendynamik berücksichtigt. Ein Tipp ist als Moderator immer kritisch darüber zu reflektieren, wie das eigene Verhalten die Umgangsformen der Schüler beeinflusst. Meine Untersuchung bestätigte, wie sehr das Selbstverständnis der einzelnen Schüler ihre Leistung im Fach beeinflusst oder beeinträchtigt. Es ist somit interessant, dass die Schüler hinterher von einem gesteigerten Motivationsgefühl und Interesse fürs Schulfach berichteten, was sie mit ihrem erlebten Erfolg in den Workshops begründeten. In der gemeinsame Nachbereitung und Auswertung der Übungen mit den Schülern wurde deutlich, dass zwei Lerner den Kontext ganz unterschiedlich verstehen können, selbst wenn sie die gleiche Sprache sprechen. Die gemeinsame Besprechung der Übungen erlaubt den Schülern ihre ethnische und persönliche Identität durch einen so genannten mehrstimmigen Diskurs auszudrücken. Der thematische Inhalt der Übungen sowie der pädagogische Ansatz aus der non-formalen Bildung stellten einen Raum im DaF-Unterricht dar, wo die Schüler nicht bloß Schüler, die den kulturellen Ausdruck der Muttersprachler hoffnungslos nachahmen müssen, waren, sondern sich vielmehr als Individuen ausdrücken konnten. Dieses Erlebnis von Mitwirkungsmöglichkeit oder Selbstkompetenz als berechtigte Sprecher in der Fremdsprache hoben die Schüler alle als sehr motivierend hervor. Es gibt also viel zu gewinnen, wenn neue pädagogische Bildungsansätze ins Klassenzimmer zu Besuch kommen. Nichtsdestoweniger sollte der Moderator sich der unterschiedlichen Unterrichtsziele bewusst sein, wenn ein pädagogischer Ansatz aus einem außerschulischen in den schulischen Kontext überführt wird. Wenn man die Übungen im DaF-Unterricht einsetzt, wird es somit auf einmal schwierig die vielseitigen Lernziele aus der Menschenrechtsbildung des Europarats zu berücksichtigen, da sich der Fokus mit dem Lernplan des Faches ändert. Daraus lässt sich folgern, dass non-formale Bildung als pädagogischer Ansatz zwar keine vorgefertigten Lösungen zur den gewöhnlichen Herausforderungen des DaF-Unterrichts liefert, in den Händen eines kompetenten Lehrers aber eine zusätzliche interkulturelle Dimension ins Klassenzimmer bringen kann.

UddannelserTysk, (Bachelor/kandidatuddannelse) Kandidat
SprogDansk
Udgivelsesdato30 sep. 2010
VejledereHartmut Haberland

Emneord

  • Europarådet
  • Europarat
  • Claire Kramsch
  • Council of Europe
  • DaF-Unterricht
  • fremmedsprogsundervisningen
  • tysk
  • Education Pack
  • gymnasiet
  • Compass
  • case study
  • Teresa Pica
  • Non-formal Education
  • Thomas Ziehe