Æstetisk erkendelse

Freja Balslev Heath, Normen Göran Dommann & Therese Remmer Nurnberg

Studenteropgave: Masterprojekt

Abstrakt

Das Thema dieser Abhandlung ist das von Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900) erschienene Erstlingswerk Die Geburt der Tragödie (1872). In diesem setzt der klassisch ausgebildete Philologe sich zur Aufgabe eine neue Ästhetik zu entwickeln, welche sich kritisch gegenüber dem ideengeschichtlichen Topos der “griechischen Heiterkeit” verhält. Als Ausgangspunkt für dieses Unterfangen beruft Nietzsche sich anfänglich auf die Erkenntnislehre Arthur Schopenhauers (1788-1860) in Die Welt als Wille und Vorstellung (1819) und weiterentwickelt diese grundlegend. Die neue Ästhetik beschäftigt sich sowohl mit den erkenntnistheoretischen als auch den kunstgeschichtlichen Voraussetzungen für die Geburt der griechischen Tragödie, welche gemäß Nietzsche aus dem Geiste der Musik entsprungen ist. Nietzsche identifiziert die Duplizität des Apollinischen und des Dionysischen als die grundlegenden Kunstzustände der Natur. Den dionysischen Kunsttrieb versteht Nietzsche hierbei als die ungezähmte und triebhafte Schöpfungskraft der Natur, während er den apollinischen Kunstrieb als die fundamental formgebende Veranlagung des Menschen versteht, welche die raum-zeitliche Erkenntnis des Menschen bedingt und die Individuation herbeiführt. Da die erkenntnismäßige Disposition des Menschen eine Befriedigung am Erkennen der schönen Formen verspürt, ist er dazu geneigt lediglich diesem eine Berechtigung im Erkenntnisprozess einzugestehen. Das diese Tatsache zu einer illusorischen und eindimensionalen Anschauung der Welt führt, bestrebt sich Nietzsche anhand der Geburt der griechischen Tragödie nachzuweisen, daß die Vereinigung der Beiden, sich gegenseitig komplementierenden, Kunstzustände in einer tieferen und mehr nuancenreichen, und von daher mehr realistischen, ästhetischen Erkenntnis resultieren. In der attischen Tragödie und dem dramatischen Dithyrambus der Griechen sieht Nietzsche diese “wahre” ästhetische Erkenntnis als künstlerische Attitude objektiviert und deklariert anhand dessen die Kunst - und nicht die Moral - als die eigentliche metapysische Tätigkeit des Menschens. Darüberhinaus entlarvt Nietzsche den logischen Sokratismus, daß heißt die Vorstellung des theoretischen Menschen, als einen Trugschluss der aufgrund einer Entmystifizierung und Popularisierung des mytischen Inhaltes der Tragödie, zum schließlichen Tode derselben führt. Aufgrund dessen stellt sich, Nietzsche zufolge, ein kulturelle Verarmung ein die dem Menschen die Möglichkeit nimmt den metaphysischen Trost der Mysterienlehre zu verspüren und eine Linderung des durch die Individuation verursachten Leidens zu erfahren. Doch meint Nietzsche im deutschen Geiste und der Musik Richard Wagners (1813-1883) eine bevorstehende Wiedervereinigung der beiden Kunsttriebe erkennen zu können und proklamiert eine bevorstehende Wiedergeburt des dionysischen Wesens, welche sich jedoch nicht zu Nietzsches Lebzeiten einstellt. Im weiteren Verlaufe der Abhandlung wird Carl Gustav Jungs (1875-1961) auf der Tiefenpsychologie beruhende Kulturkritik herangezogen um eine Relation zwischen der Entmystifizierung der modernen Gesellschaft und den daraus resultierenden psychischen Leiden derselben nachzuweisen, die Jung zufolge zum Ausbrechen des Ersten Weltkrieges geführt haben. Schlussendlich wird Nietzsches Ästhetik durch Jungs Diagnose des modernen Menschen in Relation zu den avantgardistischen Kunstarten Futurismus und Dadaismus gesetzt um diese auf eine tatsächliche Wiedergeburt der Tragödie zu analysieren.

UddannelserFilosofi og Videnskabsteori, (Bachelor/kandidatuddannelse) Bachelor el. kandidat
SprogDansk
Udgivelsesdato29 maj 2017
Antal sider72
VejledereAnne Elisabeth Sejten